Über 350.000 Unterzeichner fordern Strafprozess und Aufklärung der Umstände durch Justiz

Düsseldorf, 19.07.2016 – Sechs Jahre warten nun schon die über 600 Opfer und Hinterbliebenen der 21 Loveparade-Todesfälle auf Antworten. Im März 2016 stellte das LG Duisburg den Strafprozess ein, sodass weiterhin eine Aufklärung der Katastrophen-Umstände offen bleibt. Für die Betroffenen eine unerträgliche Situation. Nachdem die Nebenklägeranwälte, u.a. die Kanzlei baum reiter & collegen, und die Staatsanwaltschaft Beschwerde gegen den Beschluss einlegten, starteten die Hinterbliebenen eine Petition auf der Plattform change.org. Am 25. Juli werden nun die bisher über 350.000 Unterschriften an das zuständige Oberlandesgericht übergeben.

„Als ich die Nachricht bekam, dass der Prozess gegen zehn Verantwortliche eingestellt wird, war das für mich, als wäre mein Sohn ein zweites Mal gestorben“, berichtet Gabriele Müller, Mutter des Verstorbenen Christian und Initiatorin der Petition. Ihr Sohn verlor im Gedränge des Technofestivals sein Leben. Enttäuscht durch Justiz und Politik, die nach dem verheerenden Tag am 24. Juli 2010 „lückenlose Aufklärung“ versprach, versucht sie mit ihren Mitteln doch noch für die Eröffnung des Strafprozesses zu kämpfen. So kam ihr die Idee, zusammen mit weiteren Hinterbliebenen – u. a. in Spanien und Italien – eine Petition aufzusetzen.

Nachdem die Petition startete, ließen Unterstützer nicht lange auf sich warten. Aus den Kommentaren lässt sich nicht nur Anteilnahme, sondern auch Unverständnis über den Beschluss ablesen: So ist von „Staatsversagen“ und „Bananenrepublik“ die Rede. Auch die Presse berichtete intensiv, sodass mittlerweile über 350.000 Unterschriften gesammelt werden konnten. Die Hinterbliebene Müller hofft durch die große Unterstützerzahl zu beweisen, dass eine breite Öffentlichkeit die Durchführung eines Strafprozesses fordert, nicht nur um die Umstände des Unglücks aufzuklären, sondern auch um ein Zeichen für zukünftige Großveranstaltungen zu setzen. „Verantwortungslosigkeit muss angemessen bestraft werden“, betont die Mutter, „damit zukünftig solche Katastrophen verhindert werden können.“  Ihr Rechtsanwalt Prof. Dr. Julius Reiter, der mit seiner Kanzlei baum reiter & collegen an die 100 Betroffene der Loveparade 2010 vertritt, gibt sich optimistisch: „Wir bleiben nach wie vor hoffnungsvoll, dass das Oberlandesgericht den Beschluss des Landgerichts aus rechtlichen Gründen aufheben und an eine andere Kammer des Landgerichts zurückverweisen wird. Auch wenn das OLG selbstverständlich unabhängig und unbeeinflusst entscheiden wird, bringt die Petition die Erwartung der Betroffenen und der Öffentlichkeit an den Rechtsstaat zum Ausdruck.“

Im Rahmen des Jahrestages wird nun die Petition an das OLG Düsseldorf überreicht. Die Initiatoren laden Betroffene der Loveparade-Katastrophe sowie Pressevertreter ein, bei der Überreichung zu folgendem Zeitpunkt vor Ort zu sein:

 

OLG Düsseldorf

Cecilienallee 3

40474 Düsseldorf

25.07.2016, um 11:00 Uhr


 

HINWEIS: Aus Kapazitätsgründen können Presseangehörige und Unterstützer nicht mit in das OLG. Jedoch wird es vor und nach der Überreichung möglich sein, die Hinterbliebenen zu sprechen.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich an:

 


Prof. Dr. Julius Reiter/Britta Huy

baum reiter & collegen
Benrather Schlossallee 101
40597 Düsseldorf

Tel.: 02 11/83 68 05-70
Fax: 02 11/83 68 05-78
kanzlei@baum-reiter.de


Bildmaterial erhalten Sie unter folgendem Link:

https://baum-reiter.de/presse/bilderpool

Hier geht es zur Petition:
https://www.change.org/p/mutter-eines-loveparade-opfers-fordert-gerechtigkeit


 

Die Kanzlei baum  reiter & collegen nimmt eine Spitzenposition bei den bundesweit tätigen Kanzleien im Kapitalanlegerschutz ein. Daneben ist die Sozietät rund um den Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum auf die Geltendmachung der Opferrechte von Großkatastrophen und nimmt sich verfassungsrechtlicher Fragestellungen an. Durch erfolgreiche Beschwerden vor dem BVerfG konnten zahlreiche Grundrechtsverletzungen (z. B. Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung) verhindert werden. Prof. Dr. Julius Reiter tritt regelmäßig als Sachverständiger im Bundestag auf.