Anklageerhebung im Loveparade Prozess
Polizei und Veranstalter voraussichtlich nicht angeklagt!
Opferanwalt Prof. Dr. Julius Reiter zu den Folgen der fehlenden Anklage einiger Hauptverantwortlichen an der Loveparade Katastrophe von Duisburg 2010 > Loveparade Schadenersatz

“Für die Opfer ist es natürlich eine Enttäuschung –  weil sie sich vor allem Aufklärung von diesem Verfahren erhofft hatten.  Wenn jetzt Teile von Verantwortlichen nicht auf der Anklagebank sitzen, dann wird deren Rolle auch nicht beleuchtet und insofern besteht die Befürchtung, dass die Aufkärung darunter leidet.”

Opferanwalt Prof. Dr. Julius Reiter zu seinen Erwartungen an den Prozess

“Das kann ich nicht vorwegnehmen. Wir sind gespannt auf die Anklageschrift. Wir sind gespannt auf das Ergebnis der Ermittlungen. Uns interessiert natürlich, inwiefern der Veranstalter rausgenommen wurde, der das Ganze angeleiert hat. Nämlich Herr Schaller hat vorher noch eine Million einsparen wollen. Wir möchten gerne wissen, wie sich diese Einsparungen auf die Sicherheitsvorkehrungen der Veranstaltung ausgewirkt haben. Es gibt also eine Menge Fragen. Die Rolle der Polizei, die wird in diesem Prozess jetzt nicht mehr beleuchtet, weil kein Verantwortlicher der Polizei auf der Anklagebank sitzt. Das ist auch unverständlich für die Opfer, denn die Polizei hat hier ein eindeutiges Organisationsverschulden. Deren Rolle hätten wir auch gerne beleuchtet.”

OpferanwaltProf. Dr. Julius Reiter zum Stand der Dingen und den Verzögerungen bei der Anklageerhebung

“Naja, es ist ja ein unwürdiges Schauspiel, wenn hier die zigste Ankündigung, dass es mit der Anklage jetzt losgeht, vonstatten geht. Also Erleichterung natürlich, dass diese lange Hängepartie beendet wird, aber auf der anderen Seite natürlich auch Enttäuschung, wenn hier der Anklagekreis so begrenzt wird und Verantwortliche, von denen man weiß, dass Sie der Hauptantreiber dieser Veranstaltung waren, rausfallen. Man hat ein bisschen den Eindruck, dass die Kleinen gehängt werden und man die Großen laufen lässt.”

 

Quelle: Sat1 17:30 vom 10.02.2014